Freitag, 24. März 2017

Ich und meine Drogen - Gefängnisgedichte

Ich und meine Drogen

Mir geht es echt mies,
ich bin depressiv.
So düster,
welch ein Geflüster.
So traurig
und zugleich schaurig.

Meine Lage belastet mich massiv,
weil ich immer vor allem davon lief.
Ich fiel in ein tiefes Loch,
sodass ich oft nur mehr am Boden kroch.
Ich stand nicht mehr auf
und nahm die Drogen darauf.

In meinem Leben wurde alles noch viel schlimmer,
ich verschlief die ganze Zeit in meinem Zimmer.
Ich war kraftlos und down,
ich konnte nicht mehr nach vorne schauen.
Die Droge brannte sich in mein Gehirn,
ich wusste schon damals, ich werde vieles verlieren.

Ich vergaß alles um mich,
ließ sogar meine Familie im Stich.
Irgendwann stand ich dann auf der Kippe,
obwohl ich mein Leben einmal so was von liebte.
Ich war dem Tod nah,
ich wusste nicht mehr, was geschah.

Doch das war nicht genug,
bis die Polizei mich zur Einvernahme einlud.
Die Handschellen an meinen Händen,
da half auch kein Tränen senden.
So, nun habe ich es weit gebracht,
wer hätte sich das gedacht?

Ich, im Gefängnis, musste das sein?
Ich konnte nicht mehr bei meiner Familie bleiben.
Die Strafe habe ich noch nicht ganz verbüßt,
das hat mir mein Leben in keiner Weise versüßt.
Konnte ich was daraus lernen,
ich werde keine Drogen mehr verehren.

Die Drogen brachten mich dort hin, wo ich heute bin
und das macht für mich keinen Sinn.
Ich habe so viele Menschen verletzt,
es waren die Drogen, sie haben mich gehetzt.
Es tut mir so unendlich leid,
doch der Weg ist nicht mehr weit.

Um euch endlich mal von Herzen zu danken,
ohne zwischen den Drogen und euch zu schwanken.
Ich möchte es endlich schaffen,
nur mit eurer Unterstützung kann ich das machen.
Ihr werdet es nicht bereuen,
das kann ich euch mit meinem Herz bezeugen.

Für diese eine Chance im Leben,
glaubt mir, dafür werde ich alles geben.
Lasst mich euch umarmen und es heute wagen.
Ich liebe euch so sehr, möchte ich hiermit sagen.

Danke, dass ihr meine Eltern seid
und ich hoffe,
dass das noch lange Zeit so bleibt.
Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen,
ich möchte endlich wieder mit beiden Beinen im Leben stehen.

Vielleicht könnt ihr es irgendwann mal mit meinen Augen sehen
und mir dann endlich vergeben.

Nicole Sunitsch